SVP Rapperswil-Jona

SVP empfiehlt ein NEIN zum Projekt Stadtraum

Rapperswil. Die SVP Rapperswil-Jona lud Bauchef Stadtrat Thomas Furrer und Marcel Gasser von den Gegnern des Projekts zum Thema Neue Jonastrasse/St. Gallerstrasse zu einem Informationsabend ein. Nach intensiver Diskussion beschloss die Mitgliederversammlung die NEIN-Parole für die Abstimmung vom 17. November.
Der Kanton St. Gallen arbeitete in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat von Rapperswil-Jona das Projekt für eine Sanierung und Neugestaltung der Lebensachse zwischen den beiden Zentren von Rapperswil und Jona aus. Ein grosses Vorprojekt mit Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs (Busspur Stadt einwärts), des Veloverkehrs (jede Seite erhält eine Fahrspur von 1.50 Metern), der Fussgänger (jede Seite ein Trottoir von drei Metern Breite) sowie einem Mittelstreifen (Vorschrift bei den Fussgängerstreifen, wenn mehr als zwei Spuren vorhanden sind) gab schon bei verschiedenen Gelegenheiten zu diskutieren. Für den individuellen Autoverkehr bringt dies kaum Vorteile. Die Staus zu Spitzenzeiten bleiben bestehen.

Ein Generationen Projekt

Stadtrat Thomas Furrer strich hervor, dass es sich hier um ein Generationen-Projekt handle, das für die Zukunft gerüstet sei und im Detail noch nicht fertig geplant sei. Man will die Hauptachse West/Ost unabhängig vom Nord/Süd-Verkehr selbständig erneuern. Für die Nord/Süd-Verbindung hofft man auf einen Tunnel, was aber noch einige Jahre dauern wird. Für den enormen Platzbedarf muss von 130 Grundeigentümern Land erworben werden. Dies soll zu gerechten Preisen erfolgen und durch die bleibende Ausnützungsziffer für die Eigentümer auch Vorteile bringen. Die geschätzten Kosten liegen um die 100 Millionen, wovon die Stadt Rapperswil etwa einen Drittel übernehmen muss. Fast die Hälfte davon müssen für den Landerwerb, notfalls auch für Enteignungen verwendet werden.

Ist die Abstimmung jetzt richtig?

Marcel Gasser stellte die Frage, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Abstimmung sei, denn die ungenauen Kosten (plus/minus 30 Prozent) sowie die noch nicht ausgereifte Planung machten den Eindruck, dass «man die Katze im Sack kaufe». Er bezeichnete das Vorgehen als fragwürdig, jetzt schon eine Abstimmung durchzuführen. Ebenso stellt die Kommission in Frage, ob das vorliegende Projekt ohne die Gesamtkonzeption mit einem Tunnel für den Nord/Süd-Verkehr realisiert werden sollte. Der motorisierte Verkehr werde damit kaum bis gar nicht gelöst. Zudem sei der Knotenpunkt Cityplatz auch nicht gelöst. Von dort wird sich alles weiter zurückstauen. Betroffene Grundstückbesitzer könnten bis zur Existenz gefährdet werden. Private Grünflächen würden verschwinden und die neu gepflanzten Bäume benötigten etwa 30 Jahre, bis sie den Zweck mit Beschattung und CO2-Schlucken erfüllen.

Klare NEIN parole der SVP

Nach zahlreichen Fragen und Diskussionen beschloss die Mitgliederversammlung klar die NEIN-Parole für dieses Projekt, einfach weil es zu viel «Luxus» oder «Nice to have» beinhaltet statt echte Verkehrsprobleme zu lösen. (pd)